Ein blog für Frauen in den Wechseljahren, Körper und Psyche laufen Amok :) Hilfreiche Tipps für die heißen Zeiten und was danach kommt

Beiträge mit Schlagwort ‘Selbstbewusstsein’

Warum ist es so schwer, uns selbst so zu mögen, wie wir halt sind?

Ich glaube, vieles ist anerzogen und antrainiert. Ich weiß noch, als ich als junges Mädchen vor dem Spiegel stand, mich anschaute um mein äußeres ich, was sich sehr schnell veränderte anschaute. Meine Mutter sah es und sagte, sei nicht so affig. Sie mißbilligte alles, was ich tat, um mir und anderen zu gefallen. Und ich hatte den Eindruck, es ist nicht gut, offen zu zeigen, das ich mich mag. Ausprobieren, was ich noch nicht kannte. Also versteckte ich mein Frausein und hab ganz lange gebraucht, um mich zu mögen, als Frau

Die öffentlichen Feministinnen, in deren Dunstwolke ich groß geworden bin, haben es ja auch immer wieder gepredigt. Frauen sind keine Sexobjekte. Das stimmt wohlgemerkt, aber wohin hat das nun geführt? Die Resonanz darauf war, das es immer mehr nackte Fauenkörper gab und gibt. Überall. Und das sich heute fast alle Frauen nur noch über ihr Äußeres identifizieren. Hat also auch nicht wirklich was gebracht.

Mir war es unangenehm, wenn Männer mir Komplimente machten, da konnte ich nix mit anfangen. Seit einigen Jahren kann ich das wesentlich besser annehmen und habe gelernt, mich einfach für das Kompliment zu bedanken und gut ist.

Und was noch viel besser ist, ich kann mich auch mal selbst loben und anerkennen, wenn ich etwas gut gemacht habe. Das war schon schwerer. Aber mit viel Übung hat es geklappt. Falsche Bescheidenheit bringt uns nicht weiter und immer abzuwiegeln, ach das war doch nix besonderes, nein, es war nicht immer leicht, bestimmte Dinge zu tun, zu erreichen. Und ich erkenne mich an und lobe mich dafür. Wer mich als arrogant betrachtet deswegen, darf das gerne weiterhin tun, mich störts nicht. Ich mag mich so wie ich bin. Und das war harte Arbeit 😀

 

Gedanken übers älter werden

Hand aufs Herz, das was uns Frauen in diesen wechselhaften Zeiten immer wieder bechäftigt, ist der Stempel, den uns Mutter Natur durch die Wechseljahre aufdrückt, wir sind nicht mehr die Jüngsten und der körperliche Abbau wird sichtbar. Natürlich haben wir auch mit 30 schon vor dem Spiegel die Veränderungen wahrgenommen, aber mit 45 oder 50 ist es irgendwie anders. Wir wissen inzwischen, das wir nicht unsterblich sind und haben bei unseren Großmüttern und Müttern bereits miterlebt, was es bedeutet älter zu werden. Unsere Großmütter haben in den allermeisten Fällen zwischen 50 und 60 Jahren auch schon ausgesehen wie Großmütter. Unsere Mütter schon weniger. Heute ist dieses forever young Label so deutlich durch die Schauspielerinnen und Popstars wie Madonna und Cher schon ein Hype geworden. Wenn ich lese, wie sich Madonna aber auch schon Heidi Klum mit ihrem täglichen Fitness Coach  stundenlang auf jung und knusprig quälen, denke ich oft, weniger wäre mehr. Ohne Zweifel schadet ein wenig Disziplin bei der Ernährung nicht und auch einige Stunden Sport in der Woche bekommen dem Körper sehr gut, aber dennoch möchte ich jeden Tag meines Lebens geniessen, auch die, an denen ich mich nicht so toll fühle. Ich nehme mein Leben heute viel bewusster wahr und bin dankbar, für all die kleinen Dinge, die so schön sind in meinem jetzigen Leben. Vieles war mir früher nicht so bewusst, hat mich mehr aufgeregt, aus der Fassung gebracht. Natürlich ist es ein Prozess, der Jahre dauert, aber ich möchte keinen Tag jünger sein, als ich es bin und habe mich nie so gut gefühlt, wie heute. Ein bisschen mehr Gelassenheit, Lebenserfahrung und ein Quentchen Disziplin meinem körper zuliebe, versüssen mir mein Leben jeden Tag.. Und so habe ich heute eine ganz andere Wertschätzung für all das, was ich bin und erlebe. Wenn ich die Wechseljahre mit Monaten im Jahreskreis vergleichen soll, würde ich den August und den September als Vergleich anführen. Den August für die Hitze abwechselnd mit den darauf folgenden Gewittern 😀 und den September für die Zeit, in der Du die Gewissheit hast, Du hast Dein Leben, Deine Lebensaufgabe gepackt, erkannt und beginnst Dich auf die Ernte vorzubereiten. Es fängt jetzt eine ganz neue Zeit an, in der Du in Ruhe überlegst, was Du nicht mehr brauchst, was noch neues hinzu kommen kann. Ich finds wunderbar.

August2014 002

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